

Die Salzburger Jägerschaft lud am letzten Aprilsamstag zum 79. Landesjägertag in den Stieglkeller in Salzburg ein. Nach der feierlichen Eröffnung durch die Seekirchner Jagdhornbläsergruppe begrüßte Landesjägermeister Max Mayr Melnhof die zahlreichen anwesenden Jägerinnen und Jäger sowie Ehrengäste, an der Spitze Landtagspräsidentin Dr. Brigitta Pallauf.
Mayr Melnhof sprach den knapp 12.000 Salzburger Jägerinnen und Jägern seinen größten Dank für ihr unermüdliches Engagement aus. Dieses betrifft beispielsweise die Abschusserfüllung beim Rotwild, welche die Jäger:innen vor immer größer werdenden Herausforderungen stellt. „Der Tourismus sowie der Freiheitsdrang vieler Menschen zu jeder Tages- und Nachtzeit lässt die Jagd an ihre Grenzen stoßen. Dass die Rotwildbestände trotzdem stabil sind, ist nur durch euren Einsatz möglich“, betonte Mayr Melnhof. Im Hinblick auf den Gamsabschuss wurde im vergangenen Jagdjahr der Mindestabschuss in der Klasse III im Rahmen der gesetzlichen Möglichkeiten ausgeschöpft. Für diese Klasse äußerte Mayr Melnhof den Wunsch nach geringeren Abschusszahlen, da ein zu starker Eingriff die Entwicklung der Gamspopulation negativ beeinflusse. Betreffend die §-90-Abschüsse weist er darauf hin, dass es sich hierbei um absolute Ausnahmen handeln solle.
Ab dem 1. Mai steht die neue „Salzburger Jagd-App“ für iOS- und Android-Handys zur Verfügung. Diese beinhaltet praktische Werkzeuge für die Revierarbeit. Unter anderem ist das Abrufen der Gültigkeit der Jagdkarte direkt online über das Handy möglich. Das bringt besonders aufgrund der Waffengesetznovelle eine Erleichterung, denn gültige Jahresjagdkarte ersetzt künftig auch die Waffenbesitzkarte für den Erwerb und Besitz von Waffen der Kategorie C. Ebenso kann über die App der für Auslandsjagden erforderliche Versicherungsnachweis abgerufen werden.Eine weitere Funktion stellt die digitale Grünvorlage für Rotwild dar. Dazu sind vor dem Bergen und Aufbrechen drei Fotos des Stückes zu machen. Datum, Uhrzeit und die genaue Lageposition werden automatisch hinzugefügt. Nach Eingabe der Klasse und der Jagdgebietsnummer wird die Grünvorlage an den Jagdleiter bzw. JIS-Benutzer übermittelt, welcher die Meldung vervollständigt. Im Anschluss erfolgt eine Kontrolle durch den zuständigen Hegemeister. Ergänzend zu diesen Funktionen bietet die App aktuelle News, eine Auflistung der Schusszeiten sowie Kontakte zur Jägerschaft, zu Schießständen und Nachsuchestationen.
„Die Anlage von Hecken ist eine große Chance, sichtbar Gutes zu tun und zugleich eine große Chance für unser Niederwild“, betonte Max Mayr Melnhof und verwies auf die vereinfachte gesetzliche Regelung bei der Heckenanlage. Wichtig sei, die geplante Pflanzung vorab bei der Landesregierung als Agroforstfläche unter genauer Ortsangabe anzumelden. Die Anlage und Pflege liegen dann in der Verantwortung des jeweiligen Bewirtschafters.
Abschließend sprach Landesjägermeister Max Mayr Melnhof seinen Dank an die Politik und Verwaltung für die konstruktive Zusammenarbeit aus. Ebenso dankte er allen Medien herzlich, die eine sachliche Berichterstattung zum Thema Jagd forcieren. Zu konstruktivem, sachlichem Austausch appellierte auch Landeshauptfrau-Stellvertreterin Marlene Svazek, BA. Jagd, Fischerei und Naturschutz seien Teil einer über Generationen gewachsenen Kulturlandschaft, die durch menschliche Bewirtschaftung erhalten werde. Naturschutz könne nur gemeinsam mit den Menschen im ländlichen Raum gelingen und brauche Freiwilligkeit statt Zwang. „Ich stehe weiterhin dazu, ich will kein Wolfsrudel in Salzburg“, sprach sich Svazek in der Wolfsfrage für ein regional angepasstes Kontingentsystem aus.
Landesrat Maximilian Aigner wies in seinen Grußworten auf die Bedeutung der Bewusstseinsbildung, insbesondere im städtischen Bereich, hin. Unwissenheit führe zu Unverständnis und falschen Behauptungen. Umso wichtiger seien eine gezielte Öffentlichkeitsarbeit sowie Mundpropaganda, um sachliche Informationen zu vermitteln und Bewusstsein für den Umgang mit Wildtieren sowie das Tun der Jäger zu schaffen. Ebenso richteten Bürgermeister Bernhard Auinger, Klubvorsitzender LAbg. Dr. Markus Maurer, MBA, Klubobfrau LAbg. Mag. Martina Berthold, GF MSc Ingrid Eichberger, LK-Vizepräsident Josef Braunwieser und Jagd Österreich-Präsident DI (FH) Anton Larcher ihre Grußworte an das Publikum.
Auch heuer bot der Landesjägertag wiederum einen festlichen Rahmen für besondere Ehrungen. In Würdigung ihrer langjährigen, beispielgebenden Tätigkeit wurde das Verdienstabzeichen in Silber an WM Josef Grasl und OFö. Robert Schilcher verliehen. Das Verdienstabzeichen in Gold durfte für ihr langjähriges, verdienstvolles Wirken an Hofrat Mag. Reinhold Mayer und GF Ing. Christine Zandl überreicht werden.