

Die Landarbeiterkammer Salzburg lud kürzlich zur alljährlichen Schulung ein, bei der sich Berufsjägerinnen und Berufsjäger aus dem gesamten Bundesland trafen, um Erfahrungen auszutauschen, aktuelle Entwicklungen zu diskutieren und ihr Fachwissen zu vertiefen.
Ein besonderer Programmpunkt war der Vortrag von Wildmeister Michael Hofer, einem erfahrenen Berufsjäger, der seit Jahrzehnten mit dem Schwarzwild vertraut ist. In seinem Beitrag sprach er über artgerechte und effektive Methoden der Schwarzwildbejagung und untermauerte seine Ausführungen mit zahlreichen anschaulichen Beispielen aus der Praxis. Sein Vortrag stieß auf großes Interesse und bot wertvolle Impulse für die tägliche Arbeit im Revier. Abschließend wurde die Entwicklung der Jagd im Spannungsfeld zwischen Tradition und Moderne thematisiert. Die Schulung verdeutlichte einmal mehr, dass das jagdliche Handwerk sowie der Respekt vor der Kreatur zentrale Werte des Berufsstandes darstellen.
Landarbeiterkammer Präsident Hans König setzt sich als gesetzlicher Interessenvertreter aktiv für die Ausarbeitung einer eigenständigen Kollektivvertragsregelung für Berufsjäger für das Bundesland Salzburg ein. Angesichts der zahlreichen Änderungen und der sich wandelnden Arbeitsrealitäten ist eine zeitgemäße und faire vertragliche Grundlage dringend erforderlich.
Im Anschluss fand der Berufsjägertag statt, der von der Jagdhornbläsergruppe Oberalm feierlich umrahmt wurde. Landesobmann OJ Sepp Messner nutzte die Gelegenheit, um das vergangene Jagdjahr Revue passieren zu lassen. Besonders hervorgehoben wurde dabei das Jubiläum „100 Jahre Steinwild in Salzburg“, das maßgeblich durch das Engagement von Wildmeister Rupert Essl und Dipl.-Ing. Franz Hoffmann getragen wurde.
Aktuell befinden sich neun Lehrlinge in Ausbildung, von denen drei im heurigen Jahr zur Berufsjägerprüfung antreten werden – ein Zeichen für die nachhaltige Nachwuchsförderung und die hohe Qualität der Berufsjägerausbildung in Salzburg. Im Rahmen der Veranstaltung wurde Benjamin Lackner zum Revierjäger ernannt.
Ein weiterer Schwerpunkt der Veranstaltung war die Erfassung der Wildbestände. Insbesondere in Berufsjägerrevieren kommt dieser Aufgabe große Bedeutung zu, da eine enge Abstimmung mit benachbarten Jagdgebieten notwendig ist, um ein realistisches Bild des Gesamtbestandes zu erhalten. Zahlreiche Berufsjäger engagieren sich darüber hinaus aktiv in der Salzburger Berg- und Naturwacht und leisten damit einen wichtigen Beitrag zum Schutz und Erhalt des Naturraums – sowohl durch jagdliche als auch durch naturschutzrelevante Tätigkeiten.
DI Hannes Üblagger berichtete über die mögliche Umstufung des Wolfs in Anhang V (Managementstatus), die eventuell noch in diesem Jahr vom EU-Parlament und -Rat beschlossen wird. In Salzburg wurden im Jahr 2024 insgesamt 74 Nutztierrisse sowie 64 vermisste Weidetiere registriert. Neue Wolfsrudel wurden in Kärnten und Tirol nachgewiesen, wodurch insbesondere der Pinzgau und Lungau betroffen sind.
Landesjägermeister-Stellvertreterin Mag. Gabi Fidler berichtete über Beschwerden hinsichtlich der Freigabe von Raufußhühnern. Besorgniserregend sind derzeit auch die zahlreichen Vorverlegungen der Schusszeiten beim Rotwild. In ihrem fundierten Fachbeitrag sprach sie außerdem über die Afrikanische Schweinepest (ASP) und deren Infektionswege, die sowohl Haus- als auch Wildschweine betreffen. Biosicherheitsmaßnahmen bei der Jagdausübung sind strikt einzuhalten.
Die Fallzahlen der Vogelgrippe stiegen in Österreich zuletzt deutlich an. Auch die Tularämie ist weiterhin präsent. Aktuell bereitet die Maul- und Klauenseuche große Sorgen, insbesondere durch Ausbrüche in der Slowakei und in Ungarn. Auch wenn Wildtiere selten die Hauptquelle eines Ausbruchs darstellen, können sie dennoch als Reservoir fungieren. In betroffenen Regionen wurden daher Schutzzonen, Überwachungszonen sowie erweiterte Sperrzonen ausgewiesen – mit entsprechenden jagdlichen Einschränkungen. Von Jagdreisen in diese Gebiete wird dringend abgeraten.