

Bestens besucht wurde der 78. Landesjägertag am 26. April 2025 im Stieglkeller in Salzburg. Landesjägermeister Max Mayr Melnhof begrüßte zahlreiche Ehrengäste, darunter Landtagspräsidentin Dr. Brigitta Pallauf, Landeshauptmann-Stellvertreterin und ressortzuständige Landesrätin Marlene Svazek, BA, Klubvorsitzender und LTAbg. Dr. Markus Maurer, LTAbg. Camilla Schwabl, Bezirkshauptfrau Dr. Monika Vogl, Altlandesjägermeister Komm-Rat. Josef Eder und Dr. Walter Grafinger, Vizepräsidentin der LWK und Landesbäuerin Claudia Entleitner, Kammeramtsdirektor HR Dipl.-Ing. Dr. Nikolaus Lienbacher MBA, Leiter der Abteilung 4 des Landes Salzburg Ing. Mag. Dr. Franz Moser MBA, Ing. Mag. Dr. Andreas Falkensteiner, Wolfsbeauftragter des Landes Salzburg DI Hannes Üblagger, von der Bezirkshauptmannschaft Salzburg Umgebung Dipl.-Ing. Sebastian Kasparek, Präsident der Landarbeiterkammer Johann König, die Mitglieder des Vorstandes der Salzburger Jägerschaft, Bezirksjägermeister, GeschäftsführerInnen, Mitglieder der Prüfungskommissionen, Mitglieder des Ehrengerichts, Kassaprüfer, die Vertreter der Medien, Hegemeister, Leiter der Wildregionen und Delegierte zum Landesjägertag, sowie die Vorstände des Jagdgebrauchshundeklubs und alle anwesenden Hundeführer.
Bei ihren Begrüßungsworte resümierte Landeshauptmann-Stv. Marlene Svazek, BA, als ressortzuständige Landesrätin über das starke mediale Interesse bei der Ressortübernahme, welches sich glücklicherweise normalisiert hat. Als einen sichtbaren Beweis für die Bedeutung der Jagd in unserem Bundesland sieht die Landesrätin den bestens besuchten Landesjägertag. „Die Jagd ist für mich Kulturgut, Wirtschaftsfaktor und gelebter Naturschutz“, so Landeshauptmann-Stellvertreterin Marlene Svazek in ihrem Eingangsstatement. „Im vergangenem Jahr haben wir sehr viel erreicht, in Summe sieben Verordnungen für die Jagd und den Artenschutz. Die Abschusspläne wurden erfüllt und vor allem auch, wo nötig, übererfüllt.“ Svazek betonte dabei die wichtige Rolle der Jägerschaft für eine ausgewogene Balance der Wildtierarten: „Jagd ist angewandter Naturschutz.“
Als mit der Jagd sehr verbundene Salzburgerin weiß Landtagspräsidentin Brigitta Pallauf, wie wichtig die Arbeit der Jägerinnen und Jäger für den Naturraum Salzburg ist: „Die vielen Stunden im Wald und in der Natur sind keine Selbstverständlichkeit. Gleichzeitig müssen wir froh darum sein, dass die Abschussquoten erfüllt werden, damit das Gleichgewicht von Lebensraum und Wildbestand nicht in eine Schieflage gerät“, so Pallauf.
In seiner Rede betonte Landesjägermeister Max Mayr Melnhof einmal mehr, wie wichtig die Zusammenarbeit zwischen Grundbesitz und Jagd ist. 80.000 Krähen werden in Österreich jährlich erlegt. In Salzburg ungefähr 2.700 Krähen. Das sind nur 3 %. Dennoch wird die Landesregierung Salzburg dafür immer medial erwähnt. Seine weitere Betonung gilt der EU: in 18 von 28 EU-Staat gibt es für die Krähe überhaupt keine Verordnung, sie wird dort bejagt. Der Landesjägermeister betont, dass wir nicht in einer Naturlandschaft, sondern einer Kulturlandschaft leben, in der der Mensch einen Einfluss haben muss. Es ist unsere Verantwortung, anderen Naturnutzern zu helfen, wenn Schäden auftreten. Wolf, Schakal, Biber und Fischotter sind keine bedrohten Wildarten mehr. Wir fordern ein Management, ganz klar, nichts anderes. Als Jägerin und Jäger haben wir schon genug zu tun, um unsere vorgegebenen Abschusspläne zu erfüllen. Wir sind der Artenvielfalt verpflichtet. Wir müssen uns im Klaren sein, dass wir die Einzigen sind, die diese Wildtiere managen können. Selbstverständlich plädieren wir dafür, diese Wildtiere ins Jagdrecht aufzunehmen, mit Schuß- und Schonzeiten.
Der §90 ist ein sehr wichtiger Paragraph und als Salzburger Jägerschaft betonen wir auch immer, dass es wichtig ist diesen zu haben. Jedoch ist das Wild nicht immer schuld, wenn Schäden auftreten. Als Forstwirt ruft der Landesjägermeister auch dazu auf, die Flächen mit einem gesunden, ausgewogenen Wildbestand zu bewirtschaften. Seiner Ansicht nach wird auch das letzte Reh immer noch verbeißen, wenn ich immer nur dem Wild die Schuld gebe. Besonders hob er hervor, dass im Lungau im Jagdjahr 2024 kein einziger §90 Bescheid ausgestellt wurde. Was zeigt, dass die Zusammenarbeit von Jagd, Grundbesitz und Behörde gut funktioniert. „Eine Entwicklung, die ich mir im Pinzgau wünsche. Für mich hat ein Abschuss nach §90 nichts mit der Jagd zu tun. Es ist in Ausnahmefällen wichtig. Ich würde eine Begehung an Ort und Stelle wünschen oder aber auch ein Monitoring, um der Frage nachzugehen, was hat ein §90 nach drei Jahren gebracht?“, so der Landesjägermeister. „Ein gewisses Maß an Wildschäden, ich sage das auch als Forstwirt, wird der Grundbesitzer weiterhin auch dulden müssen“, fügt er ergänzend hinzu. Als Forderung stellt sich Max Mayr Melnhof Ruhezone vor. Bei einem Vergrämungsabschuss muss es angrenzend Ruhezonen geben, wo sich das Wild zurückziehen kann. Die Salzburger Berufsjägerreviere sollen als Vorbildreviere gezeigt werden. Bei der Vergabe des §90 ist künftig mehr Augenmaß und Bedacht wünschenswert und nicht die Unterschrift am grünen Tisch. Die ist eine Form der Naturnutzung, wie Land- und Forstwirtschaft.
An die Delegierten 78. Landesjägertag wurde der Antrag gestellt, dass der Mitgliedsbeitrag mit Zeitungsbezug auf € 130,00, der Mitgliedsbeitrag ohne Zeitungbezug (gemeinsamer Haushalt) auf € 108,00 und der Außerordentliche Mitgliedsbeitrag auf € 60,00 für das Jahr 2026 erhöht wird. Der Antrag wurde einstimmig angenommen.
Ergänzend dazu wird vom Landesjägermeister ersucht, dass die Kosten für den Versand des Schreibens der Jahresjagdkarte durch eine einfache Maßnahme reduziert werden können. Er ersucht alle Mitglieder dahingehend, das SEPA Lastschriftenformular (unter Downloads auf der Homepage der Salzburger Jägerschaft) ausgefüllt an das Büro der Salzburger Jägerschaft zu senden.
Verdienstabzeichen in Silber
Für seine langjährige, engagierte Tätigkeit als Hegemeister der Wildregion 10.2 sowie seine besonderen Verdienste um das Jagdhundewesen, das jagdliche Brauchtum und das Schießwesen wird Rupert Winkler mit dem Verdienstabzeichen in Silber herzlich geehrt und gewürdigt.
Bezirksjägermeister Walter Herbst steht seit 2017 an der Spitze der Pinzgauer Jägerschaft und führt diese mit großem Engagement, sowie einem ausgewogenen Gespür für Tradition und zeitgemäße Entwicklungen. Als Zeichen des Dankes und der Anerkennung für sein Wirken wird ihm daher das Verdienstabzeichen in Silber verliehen.
Das 100-jährige Bestehen des Steinwildvorkommens im Blühnbachtal konnte durch das große Engagement von Dipl.- Ing. Franz Hoffmann und dem Obmann der Steinwild-Hegegemeinschaft, Wildmeister Rupert Essl letztjährig feierlich begangen werden. Letzter ist auch Hegemeister der Wildregionen 5.3 und 9.3, sowie langjähriges Mitglied der Jagdprüfungskommission.
Verdienstabzeichen in Gold
Für seine unglaublichen 37 Jahre als Geschäftsführer der Lungauer Jägerschaft durfte auch seitens der Landesjägerschaft Georg Gautsch für diese jahrzehntelange Arbeit und vorbildlichen Einsatz mit der Verleihung des Verdienstabzeichens in Gold herzlich bedankt werden.