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Hurra, 20.000 Elefanten kommen!

Noch nie habe ich in meiner Laufbahn als Landesjägermeister so viele E-Mails, SMS und WhatsApp bekommen, wie in den letzten Tagen. Die Schlagzeile: „Botswana schenkt Deutschland 20.000 Elefanten“ geht im Netz durch die Decke. Ich verstehe die Aufregung nicht. Es ist doch erst etwas über 2.000 Jahre (218 v. Chr.) her, dass bekanntlich 37 Elefanten mit Hannibal in nur 16 Tagen die Alpen überquerten Richtung Rom. Also damals sicher autochthon, später fast ausgerottet und jetzt endlich wieder als großzügiges Geschenk am Weg zurück in die Heimat.

Großzügig deshalb, weil wir ja von 20.000 Elefanten sprechen. Für die gleiche Menge an Wölfen in Mitteleuropa haben wir zwei Jahrzehnte gebraucht. Dafür musste vermutlich mehr Geld verwendet werden als der lächerliche Transport dieser paar Dickhäuter aus Botswana.

 

Graue Dickhäuter werden Schengengrenze nutzen
Jetzt könnte man natürlich meinen, das geht mich als kleinen Salzburger Landesjägermeister sowieso nichts an, wenn Deutschland diese Willkommenspolitik weiter auslebt. Tut es aber schon! Einerseits werden die putzigen, grauen Dickhäuter die Schengengrenzen nutzen und andererseits hat ja am 22. März 2024 eine Salzburger Partei einen ähnlichen Antrag gestellt wie die deutsche Bundesumweltministerin. (Einstellung des Angebots von Trophäenjagdreisen im Bundesland Salzburg)
Ich gehe also davon aus, dass wir eventuell sogar gleich mit einigen Duzend, ja hoffentlich vielleicht hunderten dieser autochthonen Tierchen beglückt werden. Weiters heißt es im Salzburger Antrag: „ … wird dem Ausschuss für Umwelt-, Natur- und Klimaschutz zur weiteren Beratung, Berichterstattung und Antragstellung zugewiesen“.


Voraussicht und Weitblick
Ich bin begeistert ob des Weitblicks einiger weniger Personen im Landtag. Ist doch der Elefant neben dem Biber das einzige Tier, welches eine biologische Sukzession herbeiführen kann. Also eine „Verwüstung“ unsere Kulturlandschaft und das in sehr kurzer Zeit. Also auf geht’s: „Zurück zur Natur“! Diese vorbildliche Voraussicht geht noch weiter. In Anlehnung der Alpenüberquerung werden diese Tiere sicher geeignet sein, die benötigten 10.000enden Zaunpfähle und Zäune auf die höchsten Almen zu tragen, um den Weideschutz von Schafen und Ziegen – also gegen den Wolf – endlich Genüge zu tun.
 

Geschenk ist herausfordernd
Dieses Geschenk, also der „Botswana-Deutsche-Freundschaftsakt“, stellt uns aber auch vor enorme Herausforderungen.

1. Der Elefant ist in der FFH-Richtlinie für Europa (noch) nicht angeführt.
2. Das Salzburger Jagdgesetz muss schleunigst angepasst werden, bzw. endlich der erste seriöse und ernstgemeinte Grund für ein Bundesjagdgesetz.

3. Die Büchsenmacher müssen rasch mit schwereren Waffen nachrüsten.
4. Die Metzger müssen im Zerwirken von Elefanten geschult werden.

5. Der Inhalt der Jagdkurse muss umfassend ergänzt werden.

Wir haben also Unmengen an wichtiger Arbeit vor uns.

 

Elefantenjagd in Österreich
Ich gebe mich nicht der Illusion hin, dass wir die Elefanten gleich jagen dürfen. Zuerst bedarf es der Ausarbeitung von Managementplänen und Definitionen, was Problem- und Schadelefanten sind. Den Elefantenbeauftragten haben wir sicher bereits in Erstbrunn in Niederösterreich gefunden. Dort lebt ein „Fachmensch“ der unglaublich viel Theoretisches weiß, auch wenn er Praktisches gekonnt ignoriert.

Unsere Landeshauptmann-Stellvertreterin wird sich einen dicken (Wolfs)Mantel anziehen müssen. Die lauten Rufe einiger ideologisch geprägter Gutmenschen, dass die Lösung nur bei der Waffe liegt, wird schnell durch die Salzburger Savanne hallen. Wir sollten die „Omas gegen recht… (kaltes Wetter)“ bitten, ob sie vorab ein paar Mäntelchen für die Dickhäuter häkeln können, falls trotz Klimaerwärmung doch noch einmal Schnee kommen sollte.


Zu guter Letzt stellen sich für mich ein paar Fragen:  Was ist Ideologie? Ist es eine Lebenseinstellung, was ich bisher dachte. Oder ist es vielmehr Arroganz gepaart mit Dummheit? Ist es sehr viel Meinung, aber dadurch noch weniger Wissen? Oder kann es auch Rassismus sein? Ist es eine Selbstüberschätzung sich überall einmischen zu müssen, auch in andere Länder und Kulturen?

Das Einzige, was ich sicher weiß, was Satire ist!

Zu diesem lustigen, aber vielleicht auch traurigen, weil überheblichem Thema, fällt mir immer mein geliebter, leider viel zu früh verstorbener Schwager Manfred C.A. ein. Er pflegte zu sagen:

„Nehmt euch nicht so wichtig!“ Ja, recht hatte er. Nehmt euch das zu Herzen. Für mich selbst nehme ich das auch in Anspruch.

Weidmannsheil, Euer
Maximilian Mayr Melnhof, Landesjägermeister Salzburg
Präsident Jagd Österreich (2024)

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