Friedrich Mayr Melnhof im Alter von 95 Jahren verstorben

Die Salzburger Jägerschaft trauert um ihren ehemaligen Landesjägermeister Friedrich Mayr Melnhof. 

Der ehemalige Landesrat und frühere Landesjägermeister Baron ÖR DI Friedrich Mayr Melnhof, wurde am 14. April 2020 im 96. Lebensjahr vom Herrgott zu sich berufen.

Sein aufrichtiger Glaube und die christlichen Grundregeln zeichneten seinen Lebensweg für Familie und Betrieb, sowie den Einsatz für das Land Salzburg, ihrer Menschen und auch den heimischen Wildtieren aus. Besonders die Interessen der Grundbesitzer und ihre Rechte waren ihm immer ein ganz großes Anliegen. Die Jagd nahm einen hohen Stellenwert ein, war stets Freude aber nicht zuletzt aufgrund seiner jahrzehntelangen Funktion als Landesjägermeister auch eine große Verantwortung. Sie war für ihn untrennbar mit Grund und Boden verbunden und das Wild ein Geschöpf Gottes, das der Jäger hegt, pflegt und der Natur nachhaltig entnimmt.

Nach dem verfrühten Ableben seines Vaters übernahm Ökonomierat DI Friedrich Mayr Melnhof 1956 die Familienbetriebe und wurde 1959 als Bezirksjägermeister-Stellvertreter in die Flachgauer Jägerschaft berufen. 1962 holte ihn Landesjägermeister Franz Freundlinger als Landesjägermeister-Stellvertreter in den Vorstand der Salzburger Jägerschaft.

Aufgrund seines Fachwissens sowie seinen Einsatz für die Jagd und die Wildtiere wählten ihn die Delegierten im Jahr 1967 zum Landesjägermeister. Diese Funktion übte Friedrich Mayr Melnhof mit großem „Weidblick“ dreißig Jahre lang, bis zum Jahr 1997, aus und wurde dafür mit der Verleihung des Ehrenrings der Salzburger Jägerschaft herzlich gedankt.

Gerade zu Beginn stellten die ansteigenden Schalenwildbestände und die Zunahme an Wildschäden eine große Herausforderung dar. Mit viel Gespür für die Anliegen aller Beteiligten wurde schließlich eine Änderung mit dem Jagdgesetz 1977 herbeigeführt und gesetzlich neu geregelt. Um den zunehmenden Verlust der Lebensräume entgegen zu steuern und die Erhaltung eines artenreichen Wildbestandes für die Zukunft zu sichern, wurde unter seiner Federführung das Jagdgesetz 1993 entwickelt. Damit setzte er mit seinem Wissen rund um Jagd und Forst zweifelsfrei einen Meilenstein, mit dem auch die künftigen Herausforderungen und Aufgaben zu lösen sein werden. Legendär sind seine Ansprachen anlässlich der Bezirks- und Landesjägertage, die wortgewandt doch ihre gebotene Länge benötigten.

Als studierter Forstwirt hatte er zahlreiche politische Tätigkeiten inne, etwa für die Kammer für Land- und Forstwirtschaft, im Bauernbund oder im Waldbesitzerverband.

1983 wurde Friedrich Mayr Melnhof von Landeshauptmann Wilfried Haslauer sen. als Agrarlandesrat in die Politik geholt. Drei Jahre wirkte er als Agrarreferent und eineinhalb Jahre als Finanzreferent für die ÖVP ehe er sich 1996 aus privaten Gründen aus der Politik zurückzog. Auf sein Politikergehalt hat Friedrich Mayr Melnhof verzichtet.

Friedrich Mayr Melnhof war mit Maria Anna Orsini Rosenberg verheiratet. Aus dieser Ehe entstammten zehn Kinder (5 Söhne und 5 Töchter), wobei zwei seiner Söhne bereits früh verstarben.

Sein wertschätzender Umgang mit Menschen und seine Fürsorge zeichneten ihn stets aus. Er stellte seine Person nie in den Vordergrund, doch wurde er gebraucht, war er immer da. Sein Schaffen und sein Lebenswerk wurden mit zahlreichen hohen Auszeichnungen gewürdigt, unter anderem erhielt Ökonomierat DI Friedrich Mayr Melnhof das Große Ehrenzeichen des Landes Salzburg (1986), die Ehrenbürgerschaft der Gemeinde Grödig (1994) und das Große Goldene Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich (2000).

Die Salzburger Jägerschaft verliert eine ihrer großen Persönlichkeiten und dankt ihrem hochgeschätzten Landesjägermeister a. D. Ökonomierat DI Friedrich Mayr Melnhof für seinen jahrzehntelangen Einsatz um das Jagdwesen im Bundesland Salzburg und verabschiedet sich mit einem letzten Weidmannsruh.

In tiefer Trauer erweisen wir Landesjägermeister Max Mayr Melnhof und seiner Familie unsere aufrichtige Anteilnahme in diesen schweren Stunden des Verlustes eines geliebten Familienmitglieds.

Bildcredit: © Franz Neumayr

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