Waffenpass

Mit dem Waffenpass dürfen sie eine genehmigungspflichtige Schusswaffe (Faustfeuerwaffe, Repetierflinte oder halbautomatische Schusswaffe) erwerben, besitzen und führen. Das Führen bedeutet, eine Waffe außerhalb der Wohnung, einer eingefriedeten Liegenschaft oder einer Betriebsstätte, bei sich zu haben. Eine ungeladene Schusswaffe wird auch dann geführt, wenn sie in einem Holster steckt, am Beifahrersitz liegt oder im Handschuhfach unverpackt transportiert wird. Eine Waffe führt jedoch nicht, wer sie - in den Fällen einer Schusswaffe ungeladen - in einem geschlossenen Behältnis und lediglich zu dem Zweck, sie von einem Ort zu einem anderen zu verbringen, bei sich hat (Transport).

Ein Waffenpass ist jedem verlässlichen EWR-Bürger über 21 Jahre auszustellen, der einen Bedarf zum Führen von Kategorie-B-Waffen nachweisen kann. Bedarf gilt als gegeben, wenn jemand besonderen Gefahren ausgesetzt ist, denen am zweckmäßigsten mit Waffengewalt wirksam begegnet werden kann. Die Ausstellung eines WP ab 18 Jahren liegt im Ermessen der Behörde, wobei jagdlicher Bedarf zum Führen einer Kategorie-B-Waffe als Bedarf geltend gemacht werden kann. Bezieht sich das Führen nur auf Halbautomaten und Repetierflinten - nicht auf Faustfeuerwaffen - so kann die Behörde für Personen zwischen 18 und 21 Jahren einen WP ausstellen, Faustfeuerwaffen gleichzeitig bis zum 21. Lebensjahr untersagen. Ein WP ist auch auszustellen, wenn der Antragsteller einen Bedarf zum Führen von Kategorie-C und Kategorie-D-Waffen nachweisen kann (etwa Schießsport oder Ausübung der Jagd).

Die max. Anzahl der genehmigungspflichtigen Schusswaffen (Kategorie C) in Waffenpass ist grundsätzlich  "2". Eine größere Anzahl wird bei Rechtfertigung (insbesondere die Ausübung der Jagd oder des Schießsportes) möglich sein.

Voraussetzungen

  • verlässlicher EWR-Bürger (österreichischer Staatsbürger)
  • 21. Lebensjahr vollendet
  • Ein Bedarf zum Führen von genehmigungspflichtigen Schusswaffen ist nachzuweisen. Ein Bedarf liegt insbesondere dann vor, wenn der Antragsteller außerhalb von Wohn- oder Betriebsräumen oder eingefriedeten Liegenschaften besonderen Gefahren ausgesetzt ist, denen am zweckmäßigsten mit Waffengewalt wirksam begegnet werden kann.

Berechtigungsumfang

Erwerb, Besitz und Führen sowie zur Einfuhr von genehmigungspflichtigen Schusswaffen

  • Erwerb und Besitz von Munition für Faustfeuerwaffen

Verlässlichkeit (Voraussetzung für die Ausstellung einer waffenrechtlichen Urkunde)

Verlässlich ist jemand, wenn er voraussichtlich mit Waffen sachgemäß umgehen wird und keine Tatsache die Annahme rechtfertigt, dass er

  • Waffen missbräuchlich oder leichtfertig verwenden wird;
  • mit Waffen unvorsichtig umgehen oder diese nicht sorgfältig verwahren wird;
  • Waffen Menschen überlassen wird, die zum Besitz solcher Waffen nicht berechtigt sind.

Keinesfalls verlässlich ist jemand, wenn er

  • alkohol- oder suchtkrank ist;
  • psychisch krank oder geistesschwach ist oder
  • durch ein körperliches Gebrechen nicht in der Lage ist, mit Waffen sachgemäß umzugehen.

Unter bestimmten Umständen kann die Bezirksverwaltungsbehörde über jemanden ein Waffenverbot verhängen, nämlich dann, wenn er durch missbräuchliche Verwendung von Waffen Leben, Gesundheit oder Freiheit von Menschen oder fremdes Eigentum gefährden könnte. Diesen Personen ist dann jeglicher Besitz von Waffen und Munition verboten.

Bei Feststellung einer nicht mehr vorliegenden waffenrechtlichen Verlässlichkeit ist eine ausgestellte Urkunde von der Behörde zu entziehen.

Verfahren

Im Verfahren für die Ausstellung eines Waffenpasses muss ein Gutachten - sofern man z.B. nicht Inhaber einer Jagdkarte ist - darüber beigebracht werden, dass man nicht dazu neigt, insbesondere unter psychischer Belastung mit Waffen unvorsichtig umzugehen oder diese leichtfertig zu verwenden. Listen der Stellen, die diese Gutachten erstellen, liegen bei jeder Bezirkshauptmannschaft auf und können nach Antragstellung eingesehen werden.

Weiters ist ein Nachweis des sachgemäßen Umganges mit Schusswaffen (Waffenführerschein) beizubringen, den in der Regel ein Waffenhändler ausstellt. Ausnahmen von dieser Verpflichtung bestehen u.a. für Jäger und aktive Mitglieder in Sportschützenvereinen.

Als Nachweis für die Befähigung zum sachgemäßen Umgang mit Waffen kommen auch folgende Bestätigungen in Betracht:

  • Ständiger Gebrauch als Dienstwaffe - Kopie des gültigen Dienstausweises (Polizei, Gendarmerie, Zoll- oder Justizwache) - Bestätigung gem. § 5/2/2 WG-DurchfVO für Berufssoldaten
  • Jagdwaffe - Jagdkarte + aktuelle Einzahlungsbestätigung
  • Sportwaffe - vereinsmäßig gezeichnete Bestätigung über die regelmäßige Teilnahme an Schießsportveranstaltungen

Antragstellung - Erfordernisse

  • Amtlicher Lichtbildausweis (Reisepass, Personalausweis)
  • ggf. Nachweis des akademischen Grades
  • zwei Lichtbilder (3,5 x 4,5 cm)
  • Nachweis des Bedarfes
  • Gutachten nicht dazu zu neigen, insbesondere unter psychischer Belastung mit Waffen unvorsichtig umzugehen oder sie leichtfertig zu verwenden, sofern nicht unter Ausnahmeregelung fallend (s. Verfahren)
  • Nachweis des sachgemäßen Umganges mit Schusswaffen, sofern nicht unter Ausnahmeregelung fallend (s. Verfahren)
  • Nur für männliche Staatsbürger bis zum vollendeten 50. Lebensjahr:
  • Nachweis des abgeleisteten Präsenzdienstes bzw. Untauglichkeitserklärung oder Bescheid über Zivildienst 

Pflichten

Die Inhaber waffenrechtlicher Urkunden haben eine Reihe von Pflichten. Beispielsweise muss binnen vier Wochen schriftlich der Ausstellungsbehörde der waffenrechtlichen Urkunde gemeldet werden, wenn ein Wohnsitz gewechselt, begründet oder aufgegeben wird. Dies gilt nicht nur für so genannte Hauptwohnsitze, sondern auch für andere Wohnsitze. Die bloße Ummeldung bei der Meldebehörde mittels Meldezettel erfüllt die Meldeverpflichtung des Waffengesetzes nicht.

Bei der Veräußerung bzw. Überlassung einer genehmigungspflichtigen Schusswaffe muss sowohl der Überlasser als auch der Erwerber dies binnen sechs Wochen jener Behörde schriftlich anzeigen, die das waffenrechtliche Dokument des Erwerbers ausgestellt hat. Eine Meldung mit den Unterschriften des Erwerbers und des Überlassers wird so gewertet, als hätten beide Urkundeninhaber die Überlassung gemeldet. Genehmigungspflichtige Schusswaffen dürfen nur solchen Personen überlassen werden, die einen Waffenpass, eine Waffenbesitzkarte oder eine Gewerbeberechtigung als Waffenhändler besitzen. 

Gebühren

Waffenbesitzkarte für bis zu zwei Schusswaffen: 74,40 Euro

Waffenpass für bis zu zwei Schusswaffen: 118,40 Euro

Europäischer Feuerwaffenpass: Eingabegebühr 14,30 Euro, Bundesverwaltungsabgabe 43 Euro, pro Beilage 3,90 Euro

 

Zusätzlich zu den genannten Gebühren können weitere Kosten anfallen (z.B. für die Erstellung des psychologischen Gutachtens).

Alle Angaben ohne Gewähr!